Tony Finau gab bei der Bank of Utah Championship sein Debüt im eigenen Bundesstaat. Vor dem Turnier sprach er über die Lavafelder von Black Desert, seinen neuen „Hockeyschläger"-Putter und den Golfnachwuchs aus Utah.
Tony Finau hatte lange auf dieses Heimspiel gewartet. Der Profi ist in Salt Lake aufgewachsen und lebt bis heute in Utah. Bei der Bank of Utah Championship, die zum dritten Mal in St. George ausgetragen wurde, war er zum ersten Mal am Start. „Das ist aufregend für mich. Es ist schön, ein Heimspiel zu haben", sagte Finau auf der Pressekonferenz vor dem Turnier („It's nice to have a home game"). Als Kind habe er in Utah nur Turniere der Korn Ferry Tour verfolgen können, ein Event der PGA Tour habe es dort nie gegeben.
Erste Runde auf Black Desert erst am Vortag
Den Platz in Black Desert spielte Finau nach eigener Aussage erst am Tag vor der Pressekonferenz zum ersten Mal. Der Platz sei ganz anders als alles, was er auf der Tour bisher gesehen habe. „Natürlich sticht die schwarze Lava heraus. Die Aussicht ist unglaublich. Wenn man mich hier absetzen würde, würde ich denken, ich bin vielleicht auf einem anderen Planeten", sagte Finau.
„Die Lava ist im Grunde Aus, kein normales Hindernis. Wenn dir das ein paar Mal in der Woche passiert, hast du keine Chance, das Turnier zu gewinnen", erklärte er. Statt seine Länge auszuspielen, wollte er eher vorsichtig spielen, wenige Driver schlagen, häufiger zum Driving Iron greifen und den Ball vor sich halten.
„Warum nicht Nummer sieben?"
Sportlich lief es für Finau 2026 nicht wie erhofft. Er habe nicht die Saison gespielt, die er sich gewünscht hatte, räumte Finau ein. Sein Spiel komme aber zusammen. Durch seine Siege ist er zwar bis einschließlich der Saison 2027 spielberechtigt. Trotzdem wollte er nach der Herbstserie unter den Top 100 stehen, um seinen Status abzusichern. In dieser Lage sei er in seiner Karriere noch nie gewesen.
Auf die Frage, wie motiviert er nach sechs Siegen sei, erstmals seit 2023 wieder zu gewinnen, antwortete er deutlich: „Im Sport geht es nur ums Gewinnen. Sechs klingt in meinem Lebenslauf längst nicht nach genug. Warum nicht Nummer sieben diese Woche?"
Neuer Putter, neues Zielen
Seit etwa einem Monat putte er mit einem Modell im „Hockeyschläger"-Stil. An dem Putter gefalle ihm, dass Griff und Hände exakt in dieselbe Richtung zeigen wie die Schlagfläche. Dadurch falle ihm das Zielen leichter. Aus sechs bis sieben Metern und mehr sei er immer stark gewesen, näher am Loch dagegen weniger. „Je näher man am Loch ist, desto besser muss man zielen", sagte Finau.
Proberunde mit Utahs Nachwuchs
Besonders bewegt hat ihn eine Proberunde mit Kihei Akina, Braxton und Bowen Moss. Die drei jungen Spieler aus Utah bestritten ihre ersten Starts auf der PGA Tour und hatten ihn per SMS gefragt, ob er mit ihnen spielen wolle. Das habe ihn demütig gemacht, sagte Finau. Gemeinsam mit Zac Blair und Patrick Fishburn sei man ein Vorbild für die nächste Generation. Dabei könne man in Utah nur sechs, sieben Monate im Jahr Golf spielen. „Wenn wir es schaffen können, warum sollten sie es nicht können?"
Seine eigenen Vorbilder waren Tiger Woods und Ernie Els. In Utah hätten ihn Mike Weir, Mike Reid und Jay Don Blake aus St. George inspiriert. Die Golfkultur in seinem Bundesstaat hält Finau für „extrem unterschätzt", auch dank wachsender Jugendprogramme, in denen inzwischen seine eigenen Kinder spielen. Ein Turnier der PGA Tour habe Utah verdient.
Seine Frau und seine Kinder waren laut Finau rund dreieinhalb Stunden nach St. George gefahren, auch seine Eltern wollten kommen. Für den Herbst plante er außerdem einen Start in Mexiko in Vidanta, auf einem Platz, auf dem er bereits gewonnen hat.
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